Berlin. Nicolas Hayek, der Schweizer Unternehmer (Swatch Group) und Erfinder des Smarts, geht mit Banken und Finanzmärkten scharf ins Gericht. „Es gibt immer noch zu viele Gauner und Betrüger“, sagte Hayek dem Politikmagazin ‚Cicero’ (Juliausgabe). Die „leidige Finanzmentalität“ an den Börsen in den USA und Großbritannien bringe ein „Überangebot an Spekulanten, Hasardeuren und geldgierigen Fondsakteuren“ hervor. „Sie haben alle nur ein Ziel – Geld, Geld, Geld und noch einmal Geld, so schnell und so viel wie möglich und um jeden Preis.“ Hayek nennt das Verhalten dieser „Pharisäer äußerst industrieschädigend“.
Auch die Schweizer Banken wie die UBS, die vom Staat mit Kapitalhilfen in Milliardenhöhe vor dem Bankrott gerettet werden musste, verschont der 82-Jährige nicht. Die Banker, die während der Krise bei der UBS die Verantwortung trugen, bezeichnete er als „dumme, kriminelle Menschen.“ „Wir Unternehmer können uns solche Banken nicht mehr leisten.“ Deswegen arbeite er jetzt an einem Gesetzentwurf, der vorsieht, „dass die Banken ihr Eigenkapital so erhöhen, dass sie ihre eigenen Risiken stärker abdecken können.“ Hayek gibt sich zuversichtlich, dass man „mit der wunderbaren Schweizer Möglichkeit des demokratischen Volksentscheids, die Banken zwingen kann, für die von ihnen angerichteten Schäden aufzukommen“. Mittlerweile signalisiere sogar die Regierung ihre Unterstützung. „Ursprünglich war sie dagegen, weil die Banken einen großen Einfluss auf die Regierung hatten.“
Die Juliausgabe von ‚Cicero’ ist ab dem 24. Juni im Handel erhältlich.
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