Berlin. Der Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff hat im Politikmagazin ‚Cicero’ (Augustausgabe) in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin den Kommunikationsstil Angela Merkels kritisiert. Die beiden sind seit beinahe zwanzig Jahren befreundet. So hätte beispielsweise vor dem Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler am 31. Mai „ein persönliches Gespräch vieles klären können“, schreibt Schlöndorff.
Über die Kandidatensuche für einen Nachfolger Köhlers heißt es in Schlöndorffs Brief wörtlich: „Du, Angela, warst in einer Zwickmühle, aber als Regisseur sage ich, einen solchen Konflikt darf man nicht schwelen lassen. Man kann ihn nicht aussitzen, live und in Großaufnahme, buchstäblich wie Sitzengebliebene auf diesen Schulbänken. Man muss ihn entkrampfen.“
Der Filmemacher empfiehlt der Bundeskanzlerin und promovierten Physikerin, die Politik zumindest zeitweilig zugunsten wissenschaftlicher Arbeit aufzugeben: „Ich könnte verstehen, wenn Du manchmal Lehre und Forschung vermisst. Hast Du nicht Sehnsucht nach exakter Wissenschaft angesichts all der Unwägbarkeiten in Ökonomie und Politik? Du kannst Dir diesen Wunsch erfüllen: Mobilität! Rochade!“
Die Augustausgabe von ‚Cicero’ ist ab dem 29. Juli im Handel erhältlich.
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