Berlin. In einem Essay für das Politikmagazin ‚Cicero’ (Augustausgabe) legt der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Stefan Welzk dar, dass die in Deutschland praktizierte private Altersvorsorge „ökonomisch unsinnig und sozial ungerecht“ ist. Welzk kritisiert, dass die vom Staat mit 12 Milliarden Euro jährlich subventionierte „Riester-Rente“ für eine Umverteilung von unten nach oben sorge und zu einem Auseinanderklaffen der Alterseinkommen führe. Das liege daran, dass die Besserverdienenden mehr Geld ansparen könnten und dadurch höhere staatliche Zuschüsse erhielten.
Welzk fordert stattdessen, dass die Politik die beschlossenen Kürzungen bei der gesetzlichen Rente rückgängig machen solle. Die finanziellen Lasten, die der demografische Wandel verursacht, könne man in Deutschland aufgrund der sinkenden Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahrzehnten und mit Hilfe der steigenden Produktivität tragen. Voraussetzung dafür seien Investitionen in die Bildung sowie höhere Löhne. „Von der Demografie ist unsere Altersversorgung kaum bedroht, von der Politik dagegen sehr wohl“, lautet Welzks Fazit.
Die Augustausgabe von ‚Cicero’ ist ab dem 29. Juli im Handel erhältlich.
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