| Nach 46 Jahren ein Erdrutsch |
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Günther Beckstein war 20 Jahre alt, als in Bayern eine unzerstörbar scheinende Serie ihren Anfang nahm. 46 Jahre in Folge regierte die Christlich-Soziale Union in Bayern mit absoluter Mehrheit. Bis ins Jahr 2008, bis zur Landtagswahl am 28. September. Die CSU sackte bei dieser auf 43,4 Prozent der Stimmen. Die Wahl kam einem Erdrutsch gleich. 2003, unter Edmund Stoiber, waren es noch 60,7 Prozent. Als Konsequenz traten sowohl der Parteivorsitzende Erwin Huber als auch Ministerpräsident Beckstein zurück. Seitdem sind ein paar Monate vergangen - die Aufregung im Freistaat hat sich etwas gelegt. Am 27. Oktober 2008 wurde der ehemalige Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Horst Seehofer, zum neuen Ministerpräsident gewählt. Knapp 65 Jahre vorher wird in Bayern die CSU als Gegengewicht zu SPD und KPD gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ermöglicht die territoriale, staatliche und politisch-kulturelle Kontinuität Bayerns die Gründung einer autonomen, spezifisch bayerischen Landespartei. Die CSU ist geboren. Als Zweitkind. Die große Schwester ist die Christlich Demokratische Union (CDU). Die konservative Grundhaltung teilt die CSU mit ihrer Schwesterpartei von Beginn an. Acht Parteivorsitzende durchlebt die CSU bis ins Jahr 2009. Die schillerndste Figur unter den Vorsitzenden ist wohl Franz-Josef-Strauß. Von 1961 bis zu seinem Tod 1988 führt Strauß die CSU. Strauß prägt nachhaltig die Politik der Bundesrepublik. Als vehementer Kritiker der Ostpolitik von Willy Brandt und als ewig Reisender wird er bekannt. Seine Reisen nach Chile zum damaligen Diktator Augusto Pinochet und nach China, wo er den umstrittenen chinesischen Parteichef Mao Zedong trifft, sorgen für Aufsehen. Nach Strauß' Tod folgt ihm eine innerparteiliche Doppelspitze: Max Streibl wird zum Bayerischen Ministerpräsidenten, Theo Waigel zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. In Streibls Regierungszeit fällt die Deutsche Wiedervereinigung. In den 1990ern verfolgt die Partei unter dem neuen Ministerpräsident und Parteivorsitzenden Edmund Stoiber das Ziel, Bayern zum sogenannten "High-Tech-Standort" auszubauen. 2007 übernimmt schließlich Günther Beckstein das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten. Bis zur Wahl am 28. September 2008. Über 167.000 Mitglieder zählt die CSU im Jahr 2009. 92 Landtagsabgeordneten, 46 Bundestagsabgeordneten, neun Europaabgeordneten und über 12.000 Mitglieder in den kommunalen Parlamenten geben der CSU in Bayern, Berlin und Brüssel Gesicht und Stimme. Eine Parteigröße ist Markus Söder. Der ehemalige CSU-Generalsekretär scheut es nicht die Bundeskanzlerin zu kritisieren. Eine Mittlerfunktion zwischen Berlin und München, zwischen der CDU und CSU, hat Ulrich Wilhelm. Er ist seit 2005 Regierungssprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes. Und nebenher der engste Vertraute der Bundeskanzlerin. Dossier: Die Union Martina Fietz: Merkels CSU-Scharnier Video: Das CSU-Lied |
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