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Als der Russe Wladimir Kaminer 1990 als Asylant nach Berlin kam, konnte er kein Wort Deutsch. Und Bücher schreiben, glaubte er damals, schon dreimal nicht. Heute ist Deutschlands berühmtester Russe gefeierter Bestsellerautor. Seine Werke sind in zwanzig Sprachen übersetzt worden, aus der Boheme der Hauptstadt streut er seine Geschichten in millionenfacher Auflage um die ganze Welt. Er schreibt für die großen Feuilletons der Republik und hat angekündigt, 2011 für das Amt des Berliner Bürgermeisters anzutreten.
Ob Berlin dann so würde wie das Kaffee Burger? Bis heute legt der russische Schriftsteller als DJ in der schmuddeligen Berliner Tanzkaschemme Platten auf, und seine schwitzenden, sturzbetrunkenen Gäste könnten allesamt einem seiner Bücher entsprungen sein. Von den entwurzelten Schelmen der Großstadt schreibt er, von den Türken im Imbiss, den biederen Beamten in den Schwulenbars, den vietnamesischen Kippendealern und den russischen Studenten, von Schmalspurganoven und Lebenskünstlern, in einer Welt die zum Zirkus wird wenn er erzählt. Für Cicero ist Kaminer quer durch Europa gereist. Und hat Dinge gesehen, die sich eben nur den Augen eines russischen Schelms wie ihm offenbaren.
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