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Presse-Rundschau vom
09.03.2010 Deutschlandfunk - Blick in die Zeitungen von morgen |
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Tagespresseschau vom 08.03.2010 23:10 |
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Die Debatte über den sexuellen Missbrauch findet weiterhin auch auf den Kommentarseiten statt. Die WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU aus Dortmund lehnt die Forderungen nach einer längeren Verjährungsfrist ab: "Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist Mord an Kinderseelen; und dennoch wären längere Verjährungsfristen der falsche Weg. Jahrzehnte nach dem Geschehen sind strafrechtliche Ermittlungen erheblich erschwert, Beweise kaum mehr auffindbar, auch falsche Verdächtigungen schwer auszuräumen. Missbrauchsprozesse führen schon heute zu erschütternden Szenen. Die Opfer müssen bei ihrer Aussage vor Gericht ihre Qualen noch einmal durchleiden." Anders sieht es die Hannoversche Zeitung NEUE PRESSE: "Auch wenn sie sich erst nach Jahren Eltern oder Therapeuten anvertrauen - eine Strafverfolgung der Täter muss möglich sein, damit die Opfer begreifen können, dass das ihnen zugefügte Unrecht auch gebüßt wird. Eine 'Ach-das-ist ja-so-lange-her'-Mentalität isoliert die Opfer nur noch stärker und lässt sie mit ihrem Leid allein." In der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND heißt es: "Um den Opfern zu helfen, muss die politische Debatte über die Verjährungsfristen hinausgehen. Sie muss ergründen, wie Schulen und andere Einrichtungen ein Klima schaffen können, in dem Kinder und Jugendliche es wagen, das Schweigen zu durchbrechen. Ein wichtiger Schritt ist der runde Tisch, den die Bundesregierung nun angekündigt hat." Zu diesem Vorhaben bemerkt DIE RHEINPFALZ aus Ludwigshafen: "Dieses Gremium erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn endlich ein Klima geschaffen wird, das die Opfer ermutigt, ihre Pein zu offenbaren; wenn sexueller Missbrauch öffentlich geächtet wird, gleich ob hinter Kirchenmauern, in Wohnzimmern, Umkleidekabinen oder in Bars auf den Philippinen oder in Thailand, wo massenhaft auch deutsche Männer sich Minderjährige kaufen." Die in Essen erscheinende WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG fragt: "Was war in den 60er-, 70er-, 80er-Jahren bloß los? Diese Debatte muss nun geführt werden, will man das Klima, in dem Missbrauch entsteht, aufarbeiten. Denn nur durch ein kollektives Wegsehen der Kirchen, Institutsleitungen und auch der Eltern ist es möglich, Kinder zu quälen, zu demütigen und zu missbrauchen." Zahlreiche Kommentare widmen sich auch der Verleihung der Oscars. Die WESTFALENPOST aus Hagen schreibt: "Am Ende wurde es doch nicht die erhoffte 'deutsche Nacht' in Hollywood. Der deutsche Film insgesamt muss sich dennoch nicht grämen. Allein schon die Nominierungen beweisen nachhaltig, dass die heimische Filmindustrie absolut konkurrenzfähig ist - mit anerkannter Qualitätsarbeit vor und hinter der Kamera." Die LÜBECKER NACHRICHTEN begrüßen die Entscheidung der Oscar- Jury für den Film "The Hurt Locker": "Wenn ein weltweiter und innovativer Kassenschlager wie 'Avatar' bei der Oscar-Wahl durch eine Billigproduktion geschlagen wird, die äußerst kritisch mit dem amerikanischem Krieg im Irak umgeht, dann setzt diese Entscheidung Zeichen. Kino gegen den Mainstream hat wieder eine Chance, Filme, die vor der eigenen Haustür kehren und nicht auf fernen Planeten altbekannte Plots durchdeklinieren." |
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